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vagues
für Bassklarinette, Orgel und kleines Schlagzeug
Auftragswerk für die Internationalen Musikfestwochen Luzern

Auf meinen Wunsch hin ist der ursprüngliche Auftrag, für den Einweihungskonzert-Zyklus der Konzertorgel ein Solostück zu komponieren, etwas erweitert worden. So habe ich zu der Orgel, dem allergrössten „Blasinstrument“ überhaupt, eine Bassklarinette hinzuziehen können, die über einen relativ grossen Tonumfang verfügt und zudem – im Unterschied zur Orgel – nicht nur „starre“, sondern dynamisch und klanglich flexible Töne realisieren kann. Ausgehend von der alten Bezeichnung „die Orgel schlagen“ wird das Ensemble überdies durch einige Schlaginstrumente ergänzt: zwei Becken, drei Gongs, ein Tam-Tam und eine japanische Tempelglocke.

Wie ich es vor Jahren teilweise bereits bei meiner Sonata „da chiesa“ versucht habe, soll der Hörer – durch verschiedenartige Mischungen der drei Instrumente – auch in „vagues“ nicht selten verunsichert werden: welches Instrument hat nun eben gespielt ? Die eine Bedeutung des doppeldeutigen französischen Titels „vagues“ weist denn auch auf diesen Aspekt hin: Die Komposition ist über weite Strecken vage, unbestimmt, uneindeutig.

Die andere Bedeutung von „vagues“ zielt auf den musikalischen Ablauf, der über weite Strecken als „wellen-artig“ charakterisiert werden kann.

H.U. Lehmann
Programmheft zur Uraufführung

Uraufführung: 13. 9. 2000 im Kunst- und Kongresszentrum Luzern
Zsigmond Szathmary, Orgel
Shizuyo Oka, Bassklarinette
Guillaume Chastel, Schlagzeug